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Sie besitzen eine Immobilie im Raum Ludwigsburg und überlegen, sie zu verkaufen. Vielleicht ist ein Erbfall eingetreten, vielleicht steht ein Umzug an, oder Sie wollen Kapital freisetzen, ohne monatelang auf einen Käufer zu warten. Zwei Wege stehen vor Ihnen: Sie beauftragen einen Makler und warten auf das Beste — oder Sie sprechen einen Direktkäufer an und schließen die Sache ab. Dieser Artikel erklärt, wann welcher Weg der richtige ist. Und er macht Ihnen nichts vor: Der Direktankauf ist nicht immer die beste Wahl, und wer das bestreitet, lügt Sie an.
Das Entscheidende zuerst: Beim Direktankauf tauschen Sie Potenzialpreis gegen Sicherheit. Sie verzichten auf den vielleicht erzielbaren Höchstpreis eines langen Bieterprozesses — und gewinnen dafür Planbarkeit, einen festen Abschluss und ein Ende der offenen Frage. Ob sich dieser Tausch lohnt, hängt nicht von der Immobilie ab, sondern von Ihrer Situation.
Ein seriöser Direktankauf folgt einem klaren Ablauf, der deutlich kürzer ist als ein Maklerverkauf, aber nicht kürzer als das Recht es erlaubt. Denn der Kaufvertrag über eine Immobilie ist in Deutschland nach § 311b Abs. 1 BGB notariell zu beurkunden — daran ändert auch die Direktabwicklung nichts.
Von der ersten Kontaktaufnahme bis zum Notartermin vergehen bei einem reibungsfreien Direktankauf typischerweise vier bis acht Wochen. Das ist schnell — aber es ist nicht über Nacht, und Angebote, die etwas anderes suggerieren, sollten Sie misstrauisch machen.
Ein Direktkäufer trägt das volle Risiko: keine Besichtigungsphase mit vielen Interessenten, kein Bieterverfahren, das den Preis nach oben treibt. Er kalkuliert, was er aus dem Objekt machen kann — Sanierung, Vermietung, Weiterkauf — und baut einen Risikoaufschlag ein. Das erklärt, warum das Angebot unter dem liegt, was Sie in einem guten Marktmoment erzielen könnten: Es ist keine Willkür, sondern eine andere Risikostruktur.
Hier ist Ehrlichkeit nötig. Ein Direktkäufer zahlt in der Regel weniger als der Marktpreis, den ein gut vermarktetes Objekt in einem Bieterprozess erzielen könnte. Wie viel weniger, hängt vom Objekt, der Lage und der aktuellen Marktlage ab — pauschale Prozentsätze wären unseriös und treffen in keinem konkreten Fall zu.
Was Sie einkalkulieren sollten: Beim Maklerverkauf fallen Kosten an, die beim Direktankauf entfallen oder sich anders verteilen. Die Maklerprovision für Wohnimmobilien wird seit dem 23. Dezember 2020 nach §§ 656a–656d BGB je zur Hälfte auf Käufer und Verkäufer aufgeteilt, sofern der Makler für beide tätig wird. In Baden-Württemberg ist eine Gesamtcourtage von 7,14 % des Kaufpreises inkl. Mehrwertsteuer üblich — das entspricht 3,57 % für Sie als Verkäufer. (Stand: September 2026)
Dazu kommen schwerer bezifferbare Kosten: das Herrichten des Objekts vor der Vermarktung, fehlende Unterlagen, Leerstand während der Vermarktungsphase — und der Zeitwert von drei bis sechs Monaten, in denen die Sache offen ist. Eine faire Entscheidung trifft, wer beides gegenüberstellt: den realistischen Nettobetrag nach einem Maklerverkauf inklusive Zeit- und Kostenaufwand — gegen den Direktankaufspreis, der sofort und sicher ist. Die Differenz ist der Preis der Schnelligkeit. Manchmal ist er es wert. Manchmal nicht.
Es gibt Situationen, in denen Geschwindigkeit und Sicherheit mehr zählen als der letzte mögliche Euro:
Ebenso klar: Es gibt Situationen, in denen ein Direktankauf nicht die richtige Wahl ist.
In der Praxis verzögern sich Direktankäufe fast immer aus denselben Gründen. Wer sie kennt, kann sie im Voraus ausräumen.
Der Landkreis Ludwigsburg gehört zur Metropolregion Stuttgart und zählt zu den nachgefragtesten Lagen in Baden-Württemberg. Das hat Konsequenzen für beide Verkaufswege.
Einerseits bedeutet die hohe Nachfrage, dass gut vorbereitete Objekte in zentralen Lagen tatsächlich Interessenten anziehen — ein Bieterprozess ist hier kein Wunschdenken, sondern realistisch. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Landkreis Ludwigsburg veröffentlicht regelmäßig Grundstücksmarktberichte, die Ihnen einen datenbasierten Eindruck der Preisentwicklung geben — unabhängig von der Einschätzung eines Käufers oder Anbieters. Diese Berichte sind über den Landkreis Ludwigsburg erhältlich.
Andererseits: Auch in guten Lagen gibt es Objekte, die am freien Markt schwierig zu platzieren sind — Häuser mit ungeklärtem Sanierungsbedarf, Wohnungen in Lagen mit schlechter Erreichbarkeit, Erbbaugrundstücke mit nahendem Ablaufdatum oder Objekte, bei denen sich der Aufwand einer langen Vermarktung für den Eigentümer schlicht nicht lohnt. Hier ist der Direktankauf ein echter Ausweg, kein Notbehelf.
Ein Hinweis zum Baulastenverzeichnis: Im Unterschied zum Grundbuch wird es nicht beim Grundbuchamt, sondern bei der jeweiligen Baurechtsbehörde geführt — im Landkreis Ludwigsburg bei den zuständigen Gemeinden. Eingetragene Baulasten können die Nutzbarkeit eines Grundstücks erheblich einschränken. Wer sie nicht kennt, erlebt beim Notartermin eine Überraschung — egal über welchen Weg verkauft wird.
Zur Grunderwerbsteuer: In Baden-Württemberg beträgt der Steuersatz 5,0 % des Kaufpreises (Landesgesetz über die Festsetzung des Steuersatzes bei der Grunderwerbsteuer). Diese Steuer zahlt der Käufer — beim Direktankauf genauso wie beim Maklerverkauf. Als Verkäufer spüren Sie sie nicht direkt, aber sie beeinflusst, was ein Käufer netto aufwenden kann und damit mittelbar auch das, was er Ihnen bietet. (Stand: September 2026)
Wer eine Immobilie verkauft, die nicht selbst genutzt wurde und weniger als zehn Jahre im Eigentum ist, kann unter die Spekulationssteuer nach § 23 EStG fallen. Ob das auf Sie zutrifft und welche Ausnahmen gelten — etwa für Objekte, die in den letzten beiden Kalenderjahren vor dem Verkauf selbst genutzt wurden — ist eine Frage für Ihren Steuerberater, nicht für einen Direktkäufer oder einen Makler. Lassen Sie sich das vor dem Verkauf klären, nicht danach. (Stand: September 2026; dieser Hinweis ersetzt keine Steuerberatung.)
Bevor Sie entscheiden — Direktankauf oder Maklerverkauf — brauchen Sie eine realistische Einschätzung Ihres Objekts. Nicht einen Wunschpreis, nicht einen ersten Eindruck am Telefon, sondern eine belastbare Grundlage: Was würde das Objekt am freien Markt bringen? Was wäre ein realistischer Direktankaufspreis? Und was bedeutet die Differenz für Sie — unter Einrechnung von Zeit, Aufwand und Unsicherheit?
Wenn Sie eine Immobilie im Raum Ludwigsburg haben und genau diese Fragen konkret beantworten wollen, sprechen Sie uns über das Formular auf dieser Seite an. Wir besichtigen das Objekt, geben Ihnen eine ehrliche Einschätzung — und sagen Ihnen klar, ob ein Direktankauf durch immozeit in Ihrem Fall der richtige Weg ist. Ohne Druck, ohne eine Antwort, die Sie schon kennen, bevor Sie gefragt haben.
Über den Autor
Redaktion · Immozeit Ankauf
Das Redaktionsteam von Immozeit Ankauf. Wir schreiben über den Immobilienmarkt in der Region Stuttgart, Ludwigsburg und Kornwestheim — aus der täglichen Praxis unseres inhabergeführten Maklerbüros.
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